vielleicht gehst Du gerade etwas schwergängig durch diese Herbsttage. Das Weltgeschehen schlägt Kapriolen und es gibt genug Gründe sich zu sorgen und zu ängsten über die Zeiten, die soviel Unsicherheiten mit sich bringen. Um so wichtiger ist es für uns, in unserer Arbeit im Haus der Stille Hoffnung zu stiften. "Die Angst vereinzelt, Hoffnung verbindet", schreibt der deutsch-koreanische Philosoph Buyung Schul Han. "Von der Hoffnung geht ein Schwung aus, der uns über die Welt erhebt... Hoffen heißt, bereit sein, für die Geburt des Neuen." Wir erleben dieses hoffnungsstiftende Momentum immer wieder, wenn wir mit Menschen, die zu uns kommen, einen Weg gehen.
Bei Martin Schleske, dem Geigenbauer, Physiker und Mystiker unserer Zeit las ich: Hoffnung ist „die Gestaltungsmacht, mit der wir Einfluss auf das Kommende nehmen. Wir schwächen sie, wenn wir Sorgen und Befürchtungen in uns kultivieren. Wer sich im Modus der Hoffnung übt, der relativiert die Macht des Offensichtlichen. Denn Hoffnung befreit den Realismus von seiner Verbissenheit. Sie übersieht dreist das vermeintlich Aussichtslose. Sie hat einen weiteren Blick." Ich wünsche Euch/ Ihnen diesen weiten Blick und vielleicht können wir uns ja bei dem einen oder anderen unserer Angebote gegenseitig in unserer Hoffnung stärken.
Der Herbst ist meine Lieblingsjahreszeit und wird regelmäßig schlecht geredet. Viele verbinden mit ihm zunehmende Erkältungskrankheiten, mehr Dunkelheit, Nebel, fallende Blätter, Vergehen, Vergänglichkeit.
Gerade weil die Natur etwas reduzierter erscheint und karger, wird so der Blick auf Wesentliches frei. Im Vergehen erstrahlt die Natur noch einmal in Farbenpracht. Alles was noch wächst und leuchtet, erscheint kostbar. Der Herbst bringt ein besonders warmes Licht. Ein Licht, das umschmeichelt, ja fast zärtlich berührt.
Die schönsten Ausblicke genieße ich im Herbst, wenn die Luft kalt und klar ist. Der Herbst bringt Klarheit und er bringt Licht. Am Morgen singe ich in diesen Tagen gern mit meiner Frau am Frühstückstisch den alten Choral "Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschaffnen Lichte". Nirgends im Jahr ist die Schöpfung für mich so durchlässig und durchsichtig und transparent auf die Anderwelt hin wie im Herbst.
Vertieft habe ich meine Gedanken dazu im letzten Podcast (siehe unten!).
Herbstimpressionen von Karl-Heinz Günster, einem unserer Kursteilnehmer
Das sind Tage jetzt die nie wiederkommen
herbstliche Erfüllungen
Früchte über Früchte ganz in Gold
in den scharfen Schatten einer tiefen Abendsonne
Lichtschein einer neuen Art Natur
Tage die nur überboten würden
von der Strahlung eines Lichtes ungesehner Welten der verlornen Heimat.
Dietrich Koller
Im neuen Podcast "Klosterflüstern" möchte ich die Hörer mitnehmen auf eine Gedankenreise über den Herbst zur Transparenz aller Dinge. Über den Link kommt ihr direkt dorthin.
Abgeschlossen ist inzwischen auch die Serie zu den fünf Sinnen mit der Episode: "Der Augenschein - Über das Sehen, Schauen, Erkennen" (Link siehe unten!)
Nach 30 Jahren im Dienst für das Haus der Stille war es am 30. Oktober soweit. Frau Finger, unsere Sekretärin verabschiedete sich in den Ruhestand. Für unsere Gäste hatte sie immer ein offenes und zugewandtes Ohr. Mit ihrer Ruhe und Freundlichkeit war sie die erste Anlaufstelle für alle, die es in unser Kloster zog. Bei einer Andacht in der Klosterkirche haben wir ihr Gottes Segen für den Weg in den Ruhestand zugesprochen und bei einer anschließenden Kaffeerunde wurde sie umfassend gewürdigt und auch manche Erinnerung wachgerufen.
Frau Sonja Meisner steht als Nachfolgerin für Frau Finger ab 18.11. bereit. Sie bringt viel Erfahrung aus verschiedenen Arbeitsbereichen mit. Wir sind voll freudiger Erwartung auf das neue Teammitglied.
Das Bild mit ihr und der Trompete in der Hand lässt auf ihre Vielseitigkeit schließen. Damit könnten wir sicher gut unsere Kursteilnehmer wecken :-)
Auf Weihnachten zugehen mit einer täglichen kleinen Portion Stille und Zuversicht
Wieder lade ich ein zu einem gemeinsamen Weg mit digitalen Exerzitien im Advent. Vier Wochen mit kleinen Impulsen und Übungen, die ins Nachsinnen und in das Licht der Weihnacht führen möchten.
Für die fünf Wochentage gibt es einen kurzen Impuls. Am Wochenende wird nachgespürt. Dazu für jede Woche einen Podcast zur Anregung.
Bei einem wöchentlichen Zoom-Austausch werden Erfahrungen geteilt und auf Fragen eingegangen.
Wir beginnen mit dem 1. Advent und enden vor dem Christfest. Das Konzept ist so gehalten, dass es auf Lebensrhythmus, Möglichkeiten und Bedürfnisse der Teilnehmenden angepasst werden kann.
In diesem Jahr wollen wir den Bewegungen und der Sinnlichkeit nachspüren, die sich in den adventlichen Texten und und Motiven begegnen.
Anmeldungen bitte bis zum 28. November an Stefan Wohlfarth:
kloster.swhds@gmail.com
Viele Menschen sehnen sich nach einer Form des einfachen Betens und Daseins vor Gott. Die Einübung in die Kontemplation ist ein Weg, der im Alltag weiter gegangen werden kann. Immer mehr Menschen entdecken diesen Gebetsweg für sich. Er führt in die Einfachheit, reinigt die Gedanken und bringt das unruhige und verzagte Herz immer wieder in Gottes heilende Gegenwart. Gerade in der gegenwärtigen Zeit mit ihren Umbrüchen und Bedrohungen, ist diese Gebetsform wie ein Anker im Sturm. Frieden und Klarheit erwachsen aus diesem Weg.
Erstmals wagten wir als Förderverein an diesem Wochenende den Versuch Kunst und Spiritualität in ein Gespräch zu bringen. Daraus wurde eine durchweg beglückende Erfahrung und ein fruchtbarer Dialog.
Die Bilder des Künstlers Adi Holzer standen im Zentrum, um das herum ein vielfarbiges Programm entstand. Ein Literarisches Café, eine Nacht zum Träumen mit Musik, Pantomime und Text und ein Literarischer Gottesdienst gaben diesem Wochenende eine schöne und berührende Vielstimmigkeit.
Auch wir spüren, wie die gestiegenen Kosten manche unserer langjährigen Gäste und neuen Interessenten abhalten, sich für ein Angebot anzumelden. Vor der Pandemie waren alle unsere Kurse in der Regel voll und die Hälfte stark überbucht. Auch jetzt gibt es noch für einige Angebote Wartelisten, aber auch vereinzelt Kurse, die wegen Mangel an Nachfrage ausfallen müssen.
Das ist für uns eine neue Erfahrung auch wenn sich das Kursgeschehen in diesem Jahr stabilisiert hat.
Irene Sonnabend und ich möchten alle ermutigen, für die die Kosten ein Hinderungsgrund sind, die aus Scham oder sonstigen Gründen den stark reduzierten Preis (immerhin ein Drittel) bisher nicht in Anspruch genommen haben, dies zu tun. Auch wenn sich der ungestützte Preis wieder erhöht hat, haben wir den gestützten Preis auch für nächstes Jahr stabil gehalten. Keiner muss in irgendeiner Weise begründen, warum der B-Preis angekreuzt wurde. Wir schauen da auch nicht drauf. Das läuft einfach durch. Und: wir können und wollen uns das tatsächlich leisten!
Durch "kreatives Wirtschaften", einige Spenden und unseren Förderverein ist es uns auch möglich, zusätzlich auf Anfrage Preise zu reduzieren oder im Einzelfall ganz zu erlassen. Ein Anruf oder eine Mail genügt, um in Kontakt zu kommen und eine Lösung zu finden (swohlfarthkloster@gmail.com, i.sonnabend@kloster-druebeck.de).
Auf der anderen Seite freuen wir uns natürlich über jeden, der uns durch Spenden oder eine Mitgliedschaft im Förderverein unterstützt. Unsere Arbeit lebt von einem Miteinander im Geben und Empfangen. Es gibt nämlich auch genügend Menschen, für die unsere Preise kein Problem sind und die wir fröhlich einladen, anderen einen Aufenthalt zu ermöglichen.
Einen schönen und zuletzt leicht ironischen kleinen Text zum Thema Ausrichtung auf die Ewigkeit fand ich bei Ralph Waldo Emerson.
Wenn dein Auge auf die Ewigkeit gerichtet ist,
wird dein Geist wachsen und deine Meinungen und Handlungen werden eine Schönheit bekommen, mit der keinerlei Bildung und Vorzüge anderer Menschen wetteifern können.
In dem Augenblick, da du den Glauben verlierst und einen gewinnsüchtigen Standort einnimmst, trittst du in eine rückläufige Bewegung, und es ist unvermeidlich, daß du deine Anziehungskraft auf andere Geister verlierst. Selbst gewöhnliche Menschen merken dir diese Veränderung und diesen Rückschritt an, wenn sie dir auch auf die Schulter klopfen und dich dazu beglückwünschen, daß du endlich ein vernünftiger, praktisch denkender Mensch geworden bist.
Ralph Waldo Emerson
Bleibt /Bleiben Sie behütet und getrost!
Herzlich grüßt auch im Namen von Irene Sonnabend und ein letztes Mal Cordula Finger
Euer /Ihr Stefan Wohlfarth
Auf unserer Website finden Sie aktuelle Informationen zu unseren Angeboten.