Es fällt mir erstmal schwer, diese in den Holzstamm gestanzte Aussage anzunehmen und zu durchdringen.
Doch wenn ich sie länger auf mich wirken lasse, erinnere ich mich: Im Leid habe ich am tiefsten die Leichtigkeit und Schönheit des Lebens vermisst. Plötzlich wird uns bewusst, was wir hatten und was wir erleben durften. So kann Georges Bernados schreiben: Leidend erkenne ich, dass ich lebe.
Und aus dem Leid gehen wir mit gewaschenen Augen zurück ins Leben. Denn das Leid lehrt uns tiefer zu spüren, zu sehnen und zu empfangen. Es macht uns empfänglicher für die Fülle des Lebens.
So haben wir vielleicht alle unsere eigenen Osterdurchbrüche erlebt.
Froh macht uns, dass unsere Angebote sehr gut angenommen werden. Leider kann ich kaum noch Werbung für ein Angebot machen, da bald alle Kurse ausgebucht sind.
Eigenartigerweise mussten aber auch drei Angebote wegen mangelndem Interesse abgesagt werden. Während unser digitaler Kurs zum Herzensgebet ungebrochen stark nachgefragt ist, mussten wir den Einführungskurs hier im Kloster mangels Anmeldungen absagen. Aus dem gleichen Grund absagen mussten wir den zweiten Kurs zur jüdischen Mystik, was ich besonders bedaure, weil im spirituellen Erbe unserer jüdischen Geschwister großartige Schätze schlummern. Falls jemand von Euch/ Ihnen Interesse an diesen Angeboten hat, freue ich mich auf eine Ermunterung, sie im nächsten Jahr wieder ins Programm zu nehmen. Überhaupt freuen wir uns über Anregungen für unsere Arbeit.
Kleiner Ausblick auf das nächste Jahr
2026 gibt es neben Bewährtem wieder einige neue spannende Angebote, besonders was das Pilgern betrifft:
Nach mehreren Jahren Pause hoffen wir vom 9.-17. April aufs Neue wandernd in Israel auf dem Jerusalemweg unterwegs zu sein. Voranmeldungen nehmen wir jetzt bereits entgegen.
Eine Premiere bildet eine mehrtägige Wanderung auf dem Berg Athos (3.-11.9.26). Leider nimmt die Mönchs-Republik nur Männer auf, also eine reine Männerreise.
Unsere inzwischen zur Tradition gewordene jährliche Harz-Pilgertour führt uns über den Harzkamm nach Bad Sachsa/Kloster Walkenried bis zum thüringischen Harztor und von dort mit der Harzquerbahn zurück nach Drübeck.
Besonders freue ich mich, zwei neue Referenten mit ihren spannenden Themen gewonnen zu haben.
Einmal Thomas Schindelin mit dem Thema Schwertarbeit. Dabei geht es um die Qualitäten der Entschiedenheit, Klarheit, Stabilität/Haltung und die Fähigkeit, seine Grenzen wahrzunehmen, seine Grenzen zu setzen.
Der zweite "Neue" im Programm ist Andreas Hase zum Thema "Bäume für die Seele - über die Wurzeln einer tiefen Verbindung". Andreas Hase hat mehrere Bücher über Bäume geschrieben und ist als Meditationsbegleiter unterwegs.
Druckfertig bzw. im Netz wird das neue Programm dann hoffentlich im Juli stehen.
In den Augen der Menschen ist er gefallen, tief fällt er...
Welch Trauerspiel, reden die Leute,
schaut seine Schande, rufen jene, die nach ihm straucheln.
Indes, er fällt nicht ins Bodenlose, er fällt lichtwärts, und niemand sieht,
was ihn auffängt, wer ihn trägt, und er selbst weiß nicht, wie ihm geschieht,
bis sein Herz den erkennt und preist, der ihm Stütze ist.
Und da er fällt, ohne zu fallen, erfährt er den tiefen Ratschluss seines Sturzes,
und er ergibt sich willfährig.
Gesegnet seist du, Halt und Hüter der Fallenden.
Fallend steigt er hoch ins Firmament, der Sonne entgegen,
ohne ihre Strahlen fürchten zu müssen.
Gesegnet seist du, Schirm und Schild der Fallenden.
Geborgen im Fall, wird ihm Weg und Platz gewiesen.
Windgepeitscht erreicht er das höchste Ziel seines Sturzes
Gesegnet seist du, Flügel der Fallenden, Schöpfer des Lichts, Herr über unser Schicksal.
Leonard Cohen
Wir leben gerade in zerbrechlichen Zeiten. Auf vielen Ebenen verunsichert uns das Zerbrechen und vielleicht auch die eigene Zerbrechlichkeit.
Diesem Zerbrechen möchte ich nachspüren, weil es lohnt.
Das älteste Wort im Neuen Testament für das Abendmahl lautet: „das Zerbrechen des Brotes“ oder schlicht das Brotbrechen (Apg 2,42; 2,46).
Am Gründonnerstag steht das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern im Mittelpunkt. Man könnte sagen, in der Symbolik dieses Mahls bildet sich die Summe seines Weges ab. Wie ein Brennpunkt, an dem alle Ebenen seines Wirkens zusammenfließen.
Und sinnfälligerweise führt uns dieses Mahl in das Zerbrechen.
Weitere Podcasts zu Passion und Ostern
Es ist jedes Mal für die Beteiligten eine Herausforderung, für die 7 Wochen der Fastenzeit den Gebetsfaden nicht abreißen zu lassen. Oft ist es ein Rausgehen und wieder Reinkommen. Und dennoch spüren viele die wandelnde und bergende Kraft, die von dieser einfachen Gebetsweise ausgeht.
Auch in diesem Jahr waren es wieder 35 Teilnehmer, die sich in einer täglichen Zeit der Stille auf die Gegenwart Gottes ausrichten wollten.
Eigentlich ging es die ganze Zeit nur um eines: In Verbindung kommen und bleiben. In der sogenannten Johannesminne, wo nach biblischen Zeugnis der Jünger, den Jesus liebte, an dessen Herzen ruht, kommt das auf wunderbare Weise ins Bild.
Im Zusammenhang mit den Kursen zum Herzensgebet ist ein kleines Büchlein mit 48 Kurzimpulsen entstanden. Zitate und kleine Texte von Martin Schleske, Mascha Kaleko, Rumi, Richard Rohr, Rainer Maria Rilke u.a. umkreisen die Themen, die uns in der Meditation begegnen, aber auch im ganz alltäglichen Leben begegnen.
Für sechs Euro (inklusive Versand) kann das Büchlein über unser Sekretariat (Mail-Adresse unten im Impressum) bezogen werden.
Kreuz und Auferstehung sind eins. Sie folgen nicht aufeinander. Die Auferstehung ist das innere Licht, das sich im Herzen der Finsternis des Kreuzes verbirgt. Am Ostermorgen explodiert dieses Licht über der Welt.
John O'Donohue
Was dürr war, grünt im Wehn der Lüfte, jung wird das Alte fern und nah.
Der Odem Gottes sprengt die Grüfte wacht auf! Der Ostertag ist da.
Emanuel Geibel, 1815-1888
Auf unserer Website finden Sie aktuelle Informationen zu unseren Angeboten.