Der aufziehende Sommer lockte uns erst ins Freie, dann trieb uns die Hitze in die schattigen Winkel. Unsere Klosterkirche ist gerade ein beliebter Ort zum Abkühlen und Innehalten.
So ambivalent wie der Sommer uns begegnet, begegnet uns auch das Leben. Mal treibt es uns hinaus ins Weite und Offene, dann suchen wir Rückzug im Vertrauten. Mal erfüllt uns Zuversicht und Lebendigkeit, dann legt sich Beklommenheit und Angst auf uns.
Wir leben in Zeiten, wo der Blick vieler Menschen gefangen ist in Untergangsszenarien. Stärker werden die Kräfte, die sich nähren von der Angst und Unzufriedenheit, dem Schlechtreden, dem Herbeireden von Abstieg und Untergang. Sie hindern uns am Aufblicken, verstärken Vorurteile und Feindbilder. Und sie spalten. Wir leben mit einem Angstüberschuss und einem Hoffnungsmangel. Das Aufblicken in den offenen und weiten Himmel ist eine Haltung, die uns wehrhaft macht gegen die Angst und uns im Vertrauen gründet. Im Psalm 34 höre ich die Aufforderung: "Blickt auf zu IHM, so wird euer Gesicht leuchten."
Um dieses Aufschauen, dieses Aufblicken geht es in der neuen Podcast-Folge "AUFBLICKEN". Im zweiten Podcast verarbeite ich mein Erstaunen über Simone Weil, eine erstaunliche Frau, die uns den Begriff "AUFMERKSAMKEIT" neu nahe bringt.
Froh und leicht wurden wir auf dem gemeinsamen Weg in einer kleinen Pilgergruppe auf dem Camino Aragones. Einen kleinen Einblick in dieses wunderbare Erlebnis von gelingender Gemeinschaft und grandioser Naturerfahrung findest du weiter unten.
Über Pfingsten fand erstmals ein Kurs zum Thema "Schwertarbeit" im Haus der Stille statt. Faszinierend und berührend war für die Teilnehmer, wie ritualisierte Gesten und Figuren aus der Schwertkunst uns viel über unsere innere Haltung, unsere Widerstände und Muster erzählen konnten. Der therapeutische Hintergrund unseres Referenten, Thomas Schindelin, in Verbindung mit den Schwertfiguren erwies sich als großer Gewinn.
Vor einiger Zeit fiel mir das Buch von Byung-Chul Han, "Sprechen über Gott – Ein Dialog mit Simone Weil", in die Hand und hat mich gefesselt. Simone Weil kannte ich bis dahin nur aus der Ferne. Ihr Werk ist auch nicht unbedingt leicht zugänglich. Ich wusste nur, dass sie eine jüdische Philosophin war, die durch eine Gottesbegegnung in Assisi einen ganz eigenen Weg mit Christus ging und auf sehr radikale Weise ihre Werte lebte. Sie war eine Frau, die immer zwischen den Stühlen saß, eine radikale Wahrheitssucherin, eine Christin, die sich nicht taufen ließ und nie einer Kirche beitrat.
Sie hat dem Wort „Aufmerksamkeit“ eine ganz eigene Färbung gegeben.
In diesem Jahr waren wir auf dem südlichen Nebenstrang des Jakobsweges in den Pyrenäen unterwegs, in uralten Städten, auf verschlungenen Pfaden und in verwunschenen Dörfern; immer die majestetischen Gipfel mal aus der Nähe, mal in der Ferne vor Augen. Und alles voll frühlingssattem Grün in verschiedensten Nuancen. Was uns da alles entgegenblühte, grüßte, lockte. Und auch die Gemeinschaft in der Gruppe hat uns aufleben lassen. Die Verbundenheit, die Heiterkeit, der geteilte Glaube, die wachsende Zusammengehörigkeit hat uns berührt und gestärkt.
Diese südlich von Frankreich kommende Variante des Jakobsweges in Spanien, vom Somportpass in den Pyrenäen bis nach Ponte de Reina, wo der Weg in den Camino Frances mündet, lockte uns auf den Pilgerweg. Sieben Compañeros taten sich von Ende Mai bis Anfang Juni zusammen, um diesen 170 Kilometer langen Weg zu gehen. Und alle waren sich am Ende einig, dass es wieder eine wunderbare Art des Unterwegsseins war.
Auf Grund der hohen Nachfrage sind viele unserer Angebote bereits voll.
Doch einige Angebote warten mit freien Plätzen noch auf dich:
Anstelle des Angebots "Ora et labora et lege" vom 16. - 21. Juli sind Kurzentschlossene zeitgleich zu einer Sommerwoche "Einfach sein" ins Kloster eingeladen. Die Tage werden gestaltet durch Morgen- und Abendgebet in der Klosterkirche, einen Impuls in den Tag sowie eine Abendrunde mit Austausch im Garten. Ansonsten bleibt viel Zeit zur eigenen Gestaltung, für Ruhe und Inspiration im den Klostergärten oder beim Wandern. Wer mag, kann bei der Restaurierung des Labyrinths in unserer Streuobstwiese mittun."
Bäume faszinieren und verzaubern uns. Ihre Ausstrahlung und ganz eigene Gebärde und Anmutung können uns tief berühren. Unser Kursangebot ist der Versuch einer Berührung mit dem Wesen der Bäume und ihrer spirituellen Symbolkraft.
Mit Andreas Haase haben wir einen kundigen Führer in das Wesen und die Symbolkraft der Bäume gefunden.
Natürlich werden wir auch auf eher kleinen und meditativen Wegen besondere Bäume bestaunen und auf uns wirken lassen.
A. Haase hat mehrere Bücher über Bäume veröffentlicht (Bäume - über die Wurzeln einer tiefen Verbindung, Bäume für die Seele, Naturmeditationen für Ruhe und Heilung). Selbst ist er in der karmelitischen Spiritualität einer Theresa von Avila und eines Johannes vom Kreuz verwurzelt.
Dieses Angebot verbindet Naturerfahrung und das gemeinsame Wandern mit der
Möglichkeit, das sinnlich Wahrgenommene, Geschaute und Erlebte zu zeichnen bzw. zu malen.
Angeleitet von der Künstlerin und Kunstlehrerin Christine Mehl zeigen sich Eindrücke und Erlebnisse bildnerisch auf jeweils ganz individuelle Art. Wir werden uns die Motive erschauen, erspüren und erwandern und zugleich kommen sie überraschend auf uns zu. Kleine Wanderungen wechseln sich ab mit Phasen für das schöpferische Tun. Für dieses Angebot sind keine künstlerischen Talente oder Vorkenntnisse notwendig, nur die Freude an der geführten schöpferischen Tätigkeit.
Bereits zum dritten Mal veranstaltet der Förderverein vom Haus der Stille ein spirituelles Wochenende.
In diesem Jahr konnten wir den Maler Max Grimm aus Magdeburg gewinnen. Seine farbig- lebensfrohen Bilder und Skulpturen werden uns begleiten und der Künstler selbst wird anwesend sein und das Wochenende mitgestalten.
Führungen, eine Matinee zur Eröffnung, ein Workshop auch für Kinder und ein Taizé-Gebet gehören ebenso zum Programm wie ein Gottesdienst am Sonntag über die Heilkraft des Schönen unter dem Titel „Dass uns leuchten die Farben des Lebens!“
Wer gern über Nacht bleiben möchte, sollte bald noch auf eines der freien Zimmer im Kloster zugreifen, da es davon nicht mehr viele gibt.
Mein Favorit in diesem Monat ist das neue Album von Alin Coen. Bei dem Song "Atme ein, atme aus", dachte ich mit einem Lächeln an die in unseren Kursen immer wiederkehrenden Atem-Meditationen. Ich verlinke ihn hier mit einer Aufnahme auf YouTube.
Auf unserer Website finden Sie aktuelle Informationen zu unseren Angeboten.